Direkt hinter dem Van stand mein Zimmer auf der Liste der Dinge, die ich loswerden wollte. Und auch an dieser Front war ich nach wochenlanger vergeblicher Suche in den letzten Tagen endlich erfolgreich. Ich hab schon fast nicht mehr daran geglaubt, nachdem auf einmal der Dunediner Wohnungsmarkt vor freien Zimmern überquillt (was bisher wohl noch nie passiert ist). Aber ein Berliner Psychologen Pärchen war dann doch ganz angetan von meinem Zimmer und ist heute eingezogen. Da ich noch ungefähr zwei bis drei Wochen in Dunedin beschäftigt bin, werde ich jetzt bei Carsten im Wohnzimmer und später dann bei Gordon im Zimmer seines früher nachhause fahrenden Mitbewohners bleiben. Durch diese Umzüge ändert sich eigentlich für mich gar nichts, weil ich tagsüber (und Nachts) im Department bin und am Wochenende beim Trampen. Das einzige was sich ändert ist die Tatsache, daß ich keine Postadresse mehr habe und auch die Festnetztelefonummer unter der man mich erreichen kann von nun an eher variabel ist. Falls also jemand Sehnsucht nach Kontakt mit mir haben schreibt mir doch einfach ne SMS an 0064210762913 und wir können ein Telefondate ausmachen! Was sich vermutlich auch demnächst "ändert" ist meine E-Mail-Adresse, da die Otago-Studentenadresse bald abgeschaltet. Gewöhnt euch also schon mal wieder bitte an thomas.muenz@gmx.net (ich will nämlich auf keinen Fall ne Mail verpassen)!!! Mails an die gmx-Adresse kommen übrigens jetzt auch schon an!
Damit dieser Eintrag nicht ganz so trocken ist, erzähl ich noch kurz ne kleine Anekdote von der Farewell-Party die meine Flatties für mich organisiert haben. Eigentlich war es ja echt eine sehr nette Idee mit der Abschiedsparty. Die Mädels haben sich für ihre Verhältnisse richtig ins Zeug gelegt, die Putzwedel geschwungen, Chips und Alkohol gekauft, eine Abschiedsschild (siehe unten) für mich gemalt und ... jede Menge von ihren Freundinnen eingeladen. Das daraus dann die mega Gangster-Hip-Hop (meine absolute Lieblingsmusik - ich hoffe man kann den ironischen Unterton rauslesen) wurde war ja absehbar. Also hatte ich mir wenigstens ein paar Leute und einen großzügigen Biervorrat eingeladen. So ließ es sich zumindest ein paar Stunden auf "meiner eigenen" Abschiedsparty aushalten. Den Höhepunkt hatte die Party übrigens als die Wohnzimmertür aufgrund des kaputten Schloßes nicht mehr aufging, und dann kurzerhand eingetreten wurde! Ich konnte dem Vermieter gestern zum Glück glaubhaft versichern, daß wir keine andere Wahl hatten, wobei ich das Eintreten eher als "heftiges Rütteln" beschrieben habe ;-)
Alles in allem muß ich sagen, daß die Zeit in der Wohnung schon in Ordnung war. Vorallem wenn man bedenkt wie wenig ich daheim war, und wie zentral ich mit dieser Wohnung dafür gewohnt habe. Und was die Mitbewohner angeht, konnte ich mich ein paar Monate in Toleranz und Flexibilität üben (Ich stehe kurz vor der Großmeisterschaft!). Was bestimmt nicht schlecht, manchmal aber auch sehr anstrengend ist...