Jetzt ist es hier schon richtig winterlich und ich hab kein Snowboard - schöner Scheiß! Trotzdem hatte ich vor kurzem jetzt doch noch die Gelegenheit mir eines der „großen“ Skigebiete der Südinsel anzuschauen, als ich mit Ben und Gordon zu einem Schneeschuhtrip in die Remarkables gefahren bin. Das Ganze kam vollkommen spontan dadurch zustande, dass Ben auf ein Seminar zum Thema „Regionalplanung – Abwasser was weiß ich was“ (super spannende - gäähn) nach Wanaka wollte und meinte, daß Gordon und ich doch mitfahren sollten. Wir könnten uns dann einen Tag lang Wanaka anschauen und am Sonntag dann einen kleinen Schneeschuhtrip in Queenstown machen. Nachdem sich das nach einem richtig coolen Vorschlag anhörte waren Gordon und ich natürlich sofort dabei, besorgten uns Schneeschuhe und waren damit eigentlich auch schon in Wanaka.
Jetzt galt es nur noch die Zeit während Ben im Seminar hockte zu überbrücken. Nachdem man in 6 Stunden nicht allzu viel auf die Beine stellen kann, haben wir uns einen richtigen Touristentag gemacht. Also führte unser erster Weg gleich mal zur Wanaka Touristeninfo um Prospekte einzusammeln – perfekt: „Besuchen sie Puzzelworld“. Dieser Familen-Freizeitparks dreht sich um jede Art von Rätseln, Puzzeln, Labyrinthen und optischen Täuschungen. Hightlight des Ganzen: ein Besuch auf der ungewöhnlichsten Toilette der Welt (siehe Bild). Alles in allem recht kurzweilig aber echt nix besonders… Quasi nebenan fanden wir unsere nächste Touri-Attraktion: eine Tontaubenschießanlage! Und nachdem wir neugierig genug waren einmal mit der Schrottflinte rumzuballern haben wir da gleich noch mal eine gute Stunde rumgebracht. Ich fand es eher medium spannend aber ich hab im Vergleich zu Gordon auch nicht besonders gut getroffen.
Persönliche Anmerkung: Diese Aktivität ist durchaus auch psychopatisch veranlangte Menschen geeignet, da man in der schussicheren (Ahh! Die Rechtschriebkontrolle hat gerade drei s vorgeschlagen – wie furchtbar) „Schieß-Kabine“ eingeschlossen, und somit trotz geladener Schrottflinte keine Gefahr für seine Mitmenschen darstellt…
Jetzt noch ein wenig shopping, Kaffetrinken, ein Abstecher zum DOC-Office, dann Ben abgeholt und ab ging es über eine Passtraße (schon wieder drei s – nix da!) nach Queenstown. Nach einem kurzen Takeaway Abstecher fuhren wir dann über eine richtig üble kleine Straße ins Remarkables Skigebiet hoch. Ab der Hälfte ging es nur noch mit Schneeketten weiter. Ich kann mir echt nicht vorstellen wie auf dieser beschissen Straße während der Saison hunderte von Autos hochkommen sollen, wenn die Skiurlauber sich auch noch halb so doof anstellen wie ich das aus dem Allgäu kenne. Aber die Kiwis sind da vermutlich ein bißchen anders drauf...
Aus unserem eigentlichen Plan in/an der Liftstation zu pennen wurde leider nix, weil dort gerade der Skiverleih seine 500 Paar Schuhe ausgebreitet hatte und uns nicht dazwischen haben wollte. Also sind wir tatsächlich um halb neun im Dunkeln mit unseren Schneeschuhen gestartet um zu einer Höhle einige hundert Meter oberhalb des Skigebietes zu wandern. Ein absolut fantastischer Einstieg in diesen Trip – bei Vollmond durch den Schnee zu wandern und nach einer Höhle zu suchen. Nachdem wir die Höhle gefunden und ein wenig vom Schnee befreit hatten, hieß sich möglichst bequem und vor allem warm einzurichten. Klar war ich ein paar Mal durch die Kälte nachts aufgewacht, aber es ging wirklich ziemlich problemlos. Und der Sonneaufgang am nächsten Morgen entschädigte für alles! Den konnte mir auch nicht das gefrorene Wasser in meiner Trinkflasche vermiesen, mit dem ich eigentlich das Milchpulver für das Müsli anrühren wollte.
So gestärkt machten wir uns also daran den Singel Cone zu besteigen. Ein absolutes fantastisches Erlebniss sich mit Schneeschuhen bei perfekten Wetterbedinungen dem Gipfel entgegen zu kämpfen. Da machte es auch nichts, das die ganze Aktion verdammt anstrengend war. Ungefähr bei der Hälfte ließen wir unsere Rucksäcke zurück und wechselten aufgrund des jetzt sehr steilen Geländes zu Steigeisen. Das der Aufstieg dadurch nochmal eine Spur anstrengender wurde, da man noch tiefer einsinkt macht mit dem Gipfel in so greifbarer Nähe eigentlich überhaupt nichts mehr aus. Den Gipfel selbst erreichten wir leider nicht, da das allerallerletzte bißchen durch eine Rinne führt, in die man nur mit einem Seil einsteigen sollte. Die Tatsache, daß in der Wand sogar permanente Haken vorhanden gewesen wären half uns wenig, da wir leider kein Seil dabei hatten. Also blieb uns nichts außer die wirklich perfekte Panorama kanpp unterhalb des Gipfels zu genießen - man muß je nichts übers Knie brechen!
Zurück an den Rucksacken gab es ein spätes Mittagessen im wundervollen Sonnenschein mit einer anschließenden Einführung von Ben für Gordon und mich, wie man ein Schneeprofil sticht, um die Lawinengefahr einzuschätzen. Sehr interessant aber nicht annährend so spannend wie die von mir inzenierten Packliner (große Platiktüten) Rennen. Es kam zu mehreren epischen Schlachten zwischen dem Weimarer Frühstarter (Gordon), dem neuseeländischen Unfallfahrern (Ben) und dem stehts siegreichen Allgäuer Auf-Schnee-rum-rutsch-Profi ;-) Danach machten wir uns an den Abstieg und kamen auch gute 2 Stunden später wieder im Skigebiet an. Das letzte Stück auf der Piste wurde wieder rutschend zurück gelegt... zu viel mehr taugt das Skigebiet übrigens auch nicht. Solltet ihr jemals in Neusseland sein überlegt euch also ob ihr wirklich Geld für überteuerte Lifttickets ausgeben wollt.
Jetzt aber zu den Bildern