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Bushcraft Trip

Vor einer Weile hab ich an einer theoretischen Einführung zum Thema „Bushcraft“, die vom Trampingclub angeboten wurde teilgenommen. Dabei ging es in erster Linie darum eine paar erste Ideen zu vermitteln, wie man sich im Bush orientiert (Kompass, Sonnenstand, usw.), wo, wie, und wann man einen Fluß überquert, was ein geeigneter Zeltplätze an Kriterien erfüllen sollte, wie man sich in Notfällen verhält, was man alles aus Karten herauslesen kann, wie man einen Trip im Vorfeld plant und und und. Jeder der schon mal ein paar Tage länger wandern war, weiß was man da alles berücksichtigen muß, aber wenn man sich abseits der Wege bewegt, und sich somit vollkommen den Gegebenheiten der Natur, und nicht zuletzt des Wetters aussetzt, ist das doch noch mal was anderes.

 

Um unsere neues Wissen dann auch zum Einsatz zu bringen sind wir Ende April zu einem großen Offtrack-Tramp nach Fjordland, um genau zu sein nach Manapouri gefahren. Ziel war es ein bestimmtes Gebiet Offtrack innerhalb von 3 Tagen zu durchqueren, wobei eine Gruppe (je 1 erfahrener Leader + 9 Leute) von Norden die andere von Süden startet (dadurch kommt man dann wieder an einem Auto an – clever oder?). Das es diesmal nicht darum ging einem erfahrenen Leader hinterher zu laufen sondern was zu „lernen“, machte sich gleich mal bemerkbar als wir nach unserer üblichen nächtlichen Ankunft nicht gleich die Flys aufgebaut haben, sondern mit kleinen Ruderbooten einen Fluß zum Anfang eines Tracks (diesen Punkt haben die Leute in Manapouri liebevoll „Pearl Habour“ getauft) überquert haben. Von dort sind wir dann nämlich noch von 23.00 Uhr bis 1.00 Uhr mit Taschenlampen (natürlich die professionellen Headtorches ;-) losmarschiert um unsere ersten Nighttramping Erfahrungen zu sammeln. Denn wie Kelvin unser Ober-Orientierungs-„Waldläufer“-Guru sagen würde: „Ihr könnt fühlen, ob ihr auf dem Track seid – hört auf eure Füße…“ Macht echt Spaß nachts zu laufen, man nimmt einfach ganz andere Dinge war. Die nächste Aufgabe einen geeigneten Zeltplatz zu finden haben wir recht fix gelöst und konnten somit am nächsten  Morgen nach dem obligatorischen Poridge frisch und munter starten, wobei natürlich wir, wie auch in der Nacht die Führungübernehmen durften, während Steven, unser Leader, nur hinterher gelaufen ist. Nach ca. 40 Minuten haben wir einen sehr flachen Fluß (mit Brücke) erreicht an dem wir noch mal üben sollten eine geeignete Stelle zum Überqueren zu finden. Man kommt sich herzlich blöd vor, wenn man direkt unter ner Brücke seine Schuhe einweicht, und sich versucht vorzustellen, ob die Stelle auch bei Hochwasser zum Überqueren geeignet wäre. Am anderen Ufer sind wir dann nicht auf dem Track geblieben sondern direkt in den Bush gegangen. Nachdem Steven uns 10-15 Minuten in wilden  Kreisen vollkommen orientierungslos gemacht hat, hieß es Landkarte und Kompass raus und wieder raus auf den Track. Bei dieser Gelegenheit fiel uns dann plötzlich auf, dass wir nur 8 + Steven und nicht 9 + Steven waren wie es hätte sein sollen: 'Scheiße wer fehlt? Kurzer Überblick (ich kannte zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal alle Namen geschweige denn die Leute): Reinhard fehlt! Seit wann? Oh mann, der ist gar nicht mit uns über den Fluß! Aber am Fluß ist er defenitiv mit angekommen – oder? Doch ganz bestimmt, ich hab ihn noch gesehen als er die Jacke ausgezogen hat…'

 

 

Bushcraft Trip - Teil II

Nachdem klar war, daß wir Reinhard verloren hatten, haben wir uns auf dem schnellsten Weg wieder auf den Track zurück gekämpft und sind sofort zurück zur Brücke. Alles in allem waren wir gut 30 Minuten nach unserem eigenen Rivercrossing wieder zurück. Leider fanden wir dort keinen vor Freude strahlenden Reinhard vor. Und auch nach gründlicher Suche nicht das geringste Anzeichen. Ok wo kann er sein? Die nächste Hütte ist nur 40 Minuten von hier entfernt und Reinhard hat auch eine Karte. Leicht besorgt, aber aufgrund des guten Wetters, des sehr einfachen Geländes (lichter Wald mit Track) und der frühen Uhrzeit kamen wir dann mit noch guten Hoffnungen an der Hope-Arm Hut an (ziemlich ironisch der Name, oder?). Aber auch dor gab es keine Spur von Reinhard. Keine Notiz im Hüttenbuch, und die Leute in der Hütte hatten auch mit niemanden geredet. Wir haben erstmal versucht auf dem Teppich zu bleiben und haben unser weiteres Vorgehen bei einer kurzen Pause diskutiert. Steven hat dann beschlossen, alleine der Track, also noch mal ein bis zwei Stunden zu Ende zu laufen während wir er uns auf einen kleinen Berg in der Nähe geschickt hat. Die Tatsache, dass wir auf einen kleinen Spaziergang geschickt wurden während jemand aus unserer Gruppe vermisst wird, hat uns allen zwar nicht besonders gepasst, aber zu diesem Zeitpunkt gab es einfach nicht viel mehr zu tun was Sinn gemacht hätte. Und Steven wollte den Track zwecks Geschwindigkeit alleine laufen. Also sind wir tatsächlich auf das „Monument“ geklettert (war wunderschön, siehe Bilder) und haben auch für ein paar Stunden unsere Sorgen vergessen, weil wir uns eigentlich ganz sicher waren im Laufe des späten Nachmittags Steven in Begleitung von Reinhard wieder an der Hütte anzutreffen. Denn wo sollte Reinhard sonst auch hin sein, wenn nicht zum Ende vom Track – etwas anderes macht doch keinen Sinn. Nicht zum letzten Mal sollte ich mich täuschen, denn Steven kehrte alleine zurück. Nach einer kurzen Essenspause sind wir dann schwer besorgt im Dunkeln zurück zur Brücke gelaufen und haben da noch einmal gesucht. Wieder kein Glück, wobei sich mittlerweile auch beim letzten die schlimmsten Ideen eingestellt hatten. Von der Brücke aus sind wir dann in einem Eilnachtmarsch zurück zu den Booten gelaufen und fanden aber auch dort niemanden vor. Aufgrund der Tatsache, dass die Boote und alle Rettungswesten genauso da lagen wie wir sie zurück gelassen hatten, sank unsere Stimmung auf den absoluten Tiefstpunkt. Jetzt um 1.30 Nachts waren unsere Möglichkeiten ausgeschöpft und wir mussten die Polizei einschalten. Deswegen haben wir also noch mal unsere ganzen Informationen über Reinhards Ausrüstung, die Vorräte, was er anhatte und ähnliches aufgeschrieben bevor Steven und Megan damit dann nach Manapouri zurück gerudert sind. Tja und da lagen wir dann unter unserem Fly und jeder hat, denke ich, für sich wieder und wieder alle Möglichkeiten durchgespielt wo Reinhard sein könnte und sich richtig Sorgen gemacht… für mich eine der schlimmsten Nächte an die ich mich erinnere! Das Steven und Megan zurück kamen mit der Neuigkeit, dass er nicht in Dunedin (wie auch immer er dort hingekommen sein sollte) ist war natürlich auch nicht sehr aufbauend.

Am nächsten Morgen kamen dann die ersten zwei Polizisten und nach einer kurzen Gruppeneinteilung begann die SAR (Search and Rescue). Während der Großteil der Gruppe, diesmal in Begleitung eines Polizisten zurück zur Brücke gelaufen ist, sind Dorothea, Rori, ein weiterer Polizist und ich das ganze Seeufer mit Schnellboot abgefahren. Die Tatsache, dass es in der Nacht ca 100 Meter über uns geschneit hatte und alle Berge ringsum verschneit dalagen, sah zwar wunderschön aus, hat aber meine Überlegung nicht gerade positv beeinflußt. Nicht zuletzt weil unsere zweite Gruppe it Kelvin (von Süden) definitiv im Schnee sein müsste. Denen ging es aber gut wie sie uns über ihr Mountainradio mitgeteilt haben. Sie wurden allerdings von der Polizei gebeten umzukehren, da man nicht noch mehr Leute im Bush haben wollte. Wie dem auch sei wir sind an der Hope-Arm Hut runter vom Boot in der Hoffnung, dass Reinhard dort Nachts, auf irgendwelchen Umwegen angekommen sein könnte - leider nein. Was dann folgte kann selbst ich nicht in allen Einzelheiten wiedergeben, denn wir sind in unseren diversen Suchteams (jeweils immer ein paar von uns mit mindestens einem Polizisten oder Ranger) einfach unendlich oft alle möglichen und unmöglichen Wege abgelaufen (wobei es immer wieder zurück zur Brücke ging) und die Hope Arm Hut uns als Basis diente. Ich hatte dabei zumindest das „Glück“ am Nachmittag in Offtrack-Gegenden am Ende Tracks zu suchen, in denen wir immer wieder von Helikoptern aufgesammelt wurden und an neue Stellen geflogen wurden. Als wir gegen vier Uhr nachmittags dann vom Helikopter an der Hütte abgesetzt wurde hatten Monroe (der Polizist), Rori, Dorothea und ich echt nicht die geringste Idee mehr wo man noch suchen sollte. Mittlerweile waren übrigens 40 Mann und 3 Helikopter im Einsatz. Und dann kam plötzlich die Meldung „Lost Partymember found“ über Funk (nach 30,5 Stunden). Ihr könnt euch echt nicht vorstellen wie erleichtert wir alle auf einmal waren, zumal kurz vorher noch das erste Suchteam angefangen hatte den Flusslauf mit Sonden nach Körpern abzusuchen. Reinhard ist einem Suchteam einfach in die Arme gelaufen, und war ziemlich überrascht, daß sie wußten wie er heißt. Er hatte sich nämlich nicht besonders verloren gefühlt...

Der Rest ist schnell erzählt. Während Reinhard sich in Manapouri einer unangenehmen Polizeibefragung stellen musste (die waren stinksauer, weil er so ziemlich alles falsch gemacht hat was man falsch machen kann, wenn man verloren geht), haben wir die Nacht schwer erleichtert in der Hütte verbracht. Am nächsten Morgen sind wir dann rausgelaufen und wurden unterwegs von Kelvins Gruppe samt Reinhard (die hatten beschlossen uns entgegen zu laufen) überrascht. Nach einem großen "Reunited" Mittagessen am Strand, bei dem ich von Reinhard auch erfahren habe wo er eigentlich war gings dann endlich (in ziemlich ausgelassener Stimmung) zurück nach Manapouri.

 

Mein Fazit zu der ganzen Aktion: So einen Stress will ich nie wieder! Aber es war sehr beeindruckend zu sehen wie effektiv dieses ganze Search and Rescue System in Neuseeland läuft (wird wohl gemerkt alles vom Staat gezahlt – selbst für uns als Touristen). Reinhard ist übrigens einfach zu weit weg gewesen um mitzubekommen, dass wir den Fluß überquert haben woraufhin er den Track folgte, an der Hütte vorbei ist ohne mit jemanden zu reden (größter, [dümmster?] Fehler?), den Track zu Ende gelaufen ist, und dort dann Offtrack gegangen ist um irgendeinen Fluß zu folgen, den er für eine Abkürzung zu einer weiteren Hütte gehalten hat. Ihm ging es dabei richtig gut weil er genau wusste wo er war, seinen Schlafsack, Proviant, und sogar ein Bivibag (so ne Art Ein-Mann-Zelt) hatte. Er konnte sich einafch nicht vorstellen, daß wir uns solche Sorgen machen (O-Ton). Ja so war das…

 

Was Bildmaterial angeht muß ich leider sagen, daß ich keine Bilder mehr gemacht habe nachdem wir auf dem Monument waren, weil mir in der Situation einfach nicht danach war. Sorry keine Bilder von mir in neon-gelber Search and Rescue Weste während ich in den Helikopter klettere.

Aber die Bilder die ich habe will ich euch natürlich nicht vorenthalten…

 

 

Tagesausflug zum Zweiten – Noch mal Richtung Shaq-Point

Da wir (Dan, Micha und Ich) noch einmal unsere Paua Tauch- und Kochkünste unter Beweis stellen wollten, gab es mal wieder einen Tagesausflug zum Shaq-Point. Perfekt ausgestattet mit Neoprenanzügen (diesmal dicker als beim ersten Mal), Tauchschuhen, Handschuhen, Gewichtgürteln, Messern und Eimerchen kamen wir an dem schon bekannten Ort an. Ich hatte mich am Tag vorher leicht erkältet und deswegen dagegen entschieden ins Wasser zu gehen. Was sich als nicht ganz, sagen wir mal ungeschickt rausgestellt hat. Doch dazu gleich mehr. In der Nähe des Shaq-Points gibt es einen Gelbaugenpinguin-Strand an dem ich allerdings aufgrund der Uhrzeit keinen Pinguin angetroffen habe. Die gehen tagsüber nämlich „arbeiten“ sprich fischen und kommen erst gegen Abend wieder an Land. Was mich allerdings sehr fasziniert hat war die Bergung eines Autowracks, das irgendwelche Idioten wohl im Laufe der Woche dort von der Klippe fahren lassen wollten. Dieses ausgebrannte Wrack wirkte doch recht bizarr in diesem Naturschutzgebiet wo in kaum 20 Meter Entfernung schon die Seals auf den Felsen liegen. Wobei die sich nicht mal von einem Abschleppwagen aus der Ruhe bringen lassen. Zurück am Tauchspot fand ich die Jungs schwer enttäuscht vor. Denn diesmal ging einfach überhaupt nichts. Viel zu höher Wellengang, starke Strömungen und Sichtweiten von nur 20 cm haben den Paua’s diesmal das Leben gerettet.

 

Da es erst gegen Mittag war haben wir uns entschlossen noch ein bisschen weiter zu fahren und uns die berühmten Moeraki-Boulders anzuschauen. Bei diesen Gesteinsformationen handelt es sich um eine dieser typischen Neuseeland Touristenattraktionen, mit denen man zuweilen vorsichtig sein muß. Denn auch wenn Neuseeland landschaftlich und auch sonst ein einzigartiges Land ist, werden hier häufig Dinge wie ein alter Steinbruch (50 Jahre) schon als historisch und sehenswert eingestuft. Gibt halt abgesehen von den Maoris nicht so viel Geschichte. Die Boulders haben sich zum Glück aber als wirklich sehenswert und fotogen rausgestellt (meiner Meinung nach). Bei den Boulders handelt es sich um kugelrunde Felsen, deren Entstehung weitesgehend unklar ist. Sie liegen mitten auf dem Strand rum nachdem der „Schlammstein“ in dem sie eingeschlossen waren verwittert ist, und nur die Felsen übrig bleiben. Die Felsen verwittern dann wiederum aus irgendwelchen Gründen von innen heraus schneller als von außen, weswegen manche auch „offen und hohl“ sind. Soweit die „wissenschaftliche“ Version.

Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei allerdings um Dinosaurier Eier! Und aus manchen sind sogar "schon" welche geschlüpft! Diese Idee deckt sich übrigens auch mit meinen bisherigen Beobachtungen beim Trampen, daß die ganze Natur absolut urzeitlich wirkt. Wo also wenn nicht hier, sollte man wohl sonst Dinosaurier finden. Überraschenderweise hab ich genau zu diesem Thema ein Foto in meinen Archiven entdeckt, dass mir bis jetzt wohl entgangen ist…

 

So ihr Dinosaurier-Skeptiker, jetzt schaut euch mal die Bilder an und sagt noch mal, dass es keine Dinosaurier gibt!

 

Tagesausflug zum Ersten - Herbstspziergang

Es ist schon erstaunlich, als ich Deutschland verlassen habe, herrschte da gerade dickster Winter und die Streusalzvorräte neigten sich dem Ende zu, während ich hier im Sommer ankam. Die Kiwis liefen mit FlipFlops und Shorts rum und abends gabs regelmäßig Barbeque. Und jetzt? Klar die Leute tragen immer noch FlipFlops und Shorts, aber die Kiwis haben sie in dieser Hinsicht auch nicht alle (da kann es regen oder schneien)! Aber ansonsten ist es jetzt hier schon richtig herbstlich mit bunten Blätter, starken Winden und wunderschönen goldenen Tagen, die einen an den Sommer erinnern. Am Samstag war einer dieser Tage. Genau das richtige Wetter um sich noch einmal in eines der diversen studentischen Straßencafes zu setzen, einen Muffin zu essen und einfach die Sonne zu genießen.

 

An eben so einem Wochenende hab ich mal wieder einen kleinen Ausflug in Dunedin gemacht. Es kann ja schließlich nicht sein, dass ich schon einen guten Teil der ganzen Südinsel kenne und mich nur teilweise in Dunedin selbst rumgetrieben habe. Also bin ich erstmal Richtung Campus losmarschiert. Als ich dann da unterwegs war ist mir recht schnell bewusst geworden wie sehr sich doch alles verändert hat. Und das obwohl ich erst so kurz hier bin. Das letzte Mal als ich über das Campusleben geschrieben habe, ging es um die Orientation-Week, betrunkene Erstsemester und ein vor Leben aus allen Nähten platzendem Campus. Jetzt hat sich das Leben, aufgrund des großen Assignment-Drucks (Aufsätze, die die Studenten jede Woche abgeben müssen) doch wesentlich verlangsamt und an die alten ehrwürdigen herbstlichen Uni-Bäume angepasst. Da ich keine Assignments schrieben muß… Juhu! Und außerdem die ganze Woche sehr fleißig war bin ich vom Campus aus noch in den Botanischen Garten gegangen und hab mich da ein bisschen in die Sonne gesetzt und Fotos von Pflanzen gemacht. Schon lustig, dass die Schildchen mit den lateinischen Artnamen tatsächlich eine internationale Sprache darstellen (zumindest wenn man Biologie oder ähnliches studiert) – ist mir bis jetzt nicht wirklich bewusst gewesen.

 

Herbstbilder am Campus und im Botanischen Garten Dunedin

 

Kleiner Tauch-und Fotoausflug ans Meer

Weil ständig Tramping auch irgendwie anstrengend ist, und die Schuhe auch irgendwann mal wieder richtig trocknen sollten, leg ich jetzt mal ein geruhsames „Aufräum-Wochenende“ ein, um wieder etwas Ordnung in meine Sachen zu kriegen.

Aber so ganz ohne großere Aktivitäten geht’s halt doch nicht – man ist ja nur einmal (?) in Neuseeland. Deswegen kommt es mir absolut gelegen, dass Dan seine frisch erworbene „Open water divers licence“ mit einem Tauchgang am Aramoana Strand ganz in der Nähe von Dunedin einweihen weil. Mit dabei, wie gewöhnlich unser „Fahrer“ Micha, und Patrick, die beide ihre Tauchlizenz schon ne Weile haben. Ich hab zwar keine, aber bei dem Wetter (siehe Bilder) wird das bestimmt ein netter Ausflug, da muß ich nicht unbedingt mit ins Wasser.

 

Also irgendwie ist diese ganze technische Ausrüstung schon sehr faszinierend und anziehend - „Hmm Tauchen…“ Auf der anderen Seite ist es doch furchtbar nervig diesen ganzen Kram mit sich rumzuschleppen um dann gerade mal 45 Minuten tauchen zu können (zumindest mit einer Flasche), und diese ganzen Sicherheitsvorkehrungen, und das teure Ausleihen – „Nee, doch nicht Tauchen…“ Ich geh lieber fotografieren!

Wie dem auch sei während die anderen wie erwähnt mit ihrem Tauchkram gespielt haben, und irgendein versunkenes Boot im eiskalten Wasser gesucht haben, hatte ich einen richtigen tollen Nachmittag am Strand und konnte jede Menge nette Bilder (meiner Meinung nach) machen. Ich hatte sogar Glück und hab noch mal ein paar New Zealand Fur Seals gefunden, die mich sehr dicht an sich  ran gelassen haben.

 

Na schaut euch die Bilder am besten selber an…

 

Und falls ich wirklich jemals Tauchen gehen sollte, wird das irgendwo sein, wo man nur einen kurzen Neoprenanzug braucht – wenn überhaupt!

 

Copland - Hot Pools

Anfang April stand mal wieder ein Trip mit dem OUTC auf dem Programm, diesmal gings an die Westküste, nach Copland zu den Hot Pools. Dieser Trip zu den natürlichen heißen Quellen hatte war der wohl bis jetzt heiß begehrteste des ganzen Jahres. Warum das so war wurde mir allerdings erst viel später klar. Während ich und die meisten neuen Trampingclub Leute sich auf einen typischen Neuseeland Trip einrichteten, packten die „alten Hasen“ ihren Rucksack diesmal ganz anders…

Nach der 6-7 stündigen nächtlichen Fahrt an die Westküste, einem mitternächtlichen Fly-Aufbau und einem reichhaltigen Frühstück starteten am Samstag 20 (!) Leute Richtung Welcome Hut zu den Hot-Pools. Die Tatsache, dass wir so viele Leute waren wurde mir erst so richtig bewusst als wir losliefen und es an jeder Kurve zu Staus kam. Das der Track eher für ein breiteres Publikum gedacht war (definitiv Europa geeignet), spätestens als wir nach 2 Stunden die erste Brücke erreichten und bis dahin noch nicht mal nasse Füße hatten. Zwischendrin stellte sich außerdem die Erkenntnis ein, dass dieser Trip eher in der OUTC-Kategorie „easy“ einzuordnen war, nachdem wir mit dreiviertelstündlichen Kekspausen und etlichen Turnschuhläufern doch eher langsam vorankamen. Achja hab ich erwähnt, dass die Sonne schien?

Alles in allem doch ein etwas untypischer Trip, zumindest soweit ich bis jetzt unterwegs war. Aber nachdem ich mich an die veränderten Bedingungen gewöhnt hatte, war es einfach mal sehr nett nur so vor sich hin zuwandern, zwischendrin den ein oder anderen felsigen Abhang zu überqueren und einfach mal die Zeit und die Konzentration zum Reden zu haben. Ganz abgesehen davon, war es für mich die perfekte Gelegenheit war weit über hundert Bilder im Sonnenschein zu machen und dabei nicht Gefahr zu laufen den Anschluß zu verlieren.

Nach 5 Stunden mittelmäßig anstrengendem Trampen erreichten wir dann die „Welcome Hut“. Eine DOC-Hütte in der 31 Personen Platz haben… bis zum Abendessen waren wir 42 - aber immer noch sehr gut machbar mit Isomatten. In die legendären Hot Pools haben wir uns dann nach einem feudalen Hühncheneintopf begeben. Das war so was von beeindruckend... im badewannenwarmen Wasser zu sitzen und über einem erstreckt sich der klarste Sternenhimmel den ich je gesehen habe (nicht mal zu vergleichen mit den Alpen oder Schweden). „Behindert“ wurde dieses Sterngucken nur von den kreisenden Weinflaschen, und von denen gab es reichlich. Ich bin mir sicher, dass die alten Clubmitglieder jeder mindestens 3 Liter dabei hatten. Mit steigendem Pegel, und ich rede jetzt nicht vom Wasserstand, wurde das ganze auch immer geselliger, und die tiefere Bedeutung des ausgewogenen Männer-Frauen-Verhältnisses immer offensichtlicher. Ich habe ungefähr zu dieser Zeit Patrick mit Gordon und Ratana zur Hütte zurück gebracht, nachdem der kurzeitig bewusstlos geworden war. Er hatte wohl zu wenig getrunken und sich dann auch noch zu lange in die Quellen gesetzt. Deswegen weiß und will ich auch glaub ich nicht wissen, was noch so alles in und an den Hot Pools gelaufen ist (wobei sich sowieso niemand mehr daran erinnert).

Der Rückweg war ähnlich wie der Hinweg unproblematisch und landschaftlich wunderschön (immer noch Sonne!). Alles in allem ein echt schöner Trip, den man aber wohl besser mit einer kleineren Gruppe und Leuten, die nicht ganz so krass ausflippen machen sollte. Toll war übrigens auch die Rückfahrt an der Westküste, die ich mir bestimmt noch mal näher anschauen werde…

 

                   So und jetzt zu den Bildern

 

 

Sandflys: Kleine, garstige Biester, von der Größe einer Drosophila. Die gibt es überall in den Nationalparks mit viel Wasser. Und sobald es nicht regnet und man stehenbleibt finden sie einen... Dann wird man gebissen (zwecks Blut) und ein bis zwei Tage später fängts an zu jucken wie Blöde (definitiv Grasmilben-Niveau). Deswegen gehört Insect-Repellent auch zur Standardausrüstung beim Trampen. 

 

 
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