Tripbeschreibung:
Freitag Nacht: Ankunft von 8 OUTC Mitgliedern (2 Kiwis (Tripleader Ben), 2 Amis, 1 Canadier, 1 Ungar, 2 Deutsche) im Fjordland und Übernachten im Fly. Tramping am Samstag: 2 Stunden ontrack im Tutoko Valley (Fjordland), dann 1 Stunde offtrack dem Tutoko folgen (jede Menge easy Rivercrossings) und dann 3 Stunden offtrack stromaufwärts dem Leaders Creek Richtung Ages Glacier folgen. Das war der spannende Teil da der Leaders Creek ein typischer Gebirgswildwasserfluß ist und wir da drin einfach von Felsen zu Felsen oder durchs Wasser geklettert sind (nasse Füße inklusive) und wo das nicht ging Bushbashing am Steilufer. Am Fuß des Gletschers nochmal 1 Stunde Bushbashing zu unserem "Zeltplatz". Begleitet wurde das ganze von strömenden Regen. Am Sonntag das ganze zurück und das ab Mittag sogar im Sonnenschein.
TRAMPING: Wandern... im Kiwi-Stil
OUTC (Otago University Tramping Club): Der Wanderverein der Uni; Ein Haufen Tramping verrückter Kiwis und Interantionals, die eigentlich jedes Wochenende irgendwohin fahren und jede Menge Erfahrungen und Eqipment zur Verfügung stellen können.
FJORDLAND: Der größte (und schönste) Nationalpark Neuseelands; Geburtsort der Wortes Tramping; 5 Stunden von Dunedin entfernt und unser Ziel (um genau zu sein das Tutoko Valley in der Nähe des Milford Sounds [DER Neuseeland Postkarten Fjord])
PACKLINER: Riesengroße wasserdichte Plastiksäcke für den Rucksack, in die man alles stopft, um es trocken zu halten. Unersetzlich hier! Siehe hierzu auch RIVERCROSSING und REGEN
REGEN: Gehört einfach dazu - speziell im Fjordland. Wir hatten Freitag bis Sonntag Früh Regen und dann Sonnenschein. Durchaus ein gutes Wochenende
RIVERCROSSING: In Neuseeland gibt es jede Menge River and Creeks aber eigentlich keine Brücken. Wie also überquert man den Fluß richtig und vorallem lebend (kein scheiß, ne Woche vorher ist ne Deutsche im Fjordland ertrunken)? Wer jetzt irgendwelche coolen Seiltricks, Fliegen oder Ähnliches erwartet liegt falsch! Es geht einfach nur darum den Fluß richtig einzuschätzen, sich auf eine bestimmte Art gegenseitig festzuhalten, und sich dabei richtig zu bewegen.
--> Einfach mitten durch - nasse Füße garantiert
Der Trip war mit jeder Menge Rivercrossings angekündigt und wir wurden nicht enttäuscht. Durch den heftigen Regen, war der Leaders Creek fast unpassierbar, und wir konnten sehr viel zum Thema Rivercrossing lernen. Vorallem das Entscheidungstreffen: Wann, Wo, Wie und OB überhaupt ein Crossing möglich ist (siehe Bilder)!
GAITERS: In Deutschland als Gamaschen bekannt und eigentlich nur auf Geltschern im Einsatz gehören die Dinger in NZ einfach dazu. Nicht zuletzt fürs Rivercrossing, knietiefen Schlamm, Bushbashing und als Schutz für die Beine beim Abhänge und Felsen auf- und abklettern sind sie mehr als nutzlich.
POLYPROPS: Unterwäsche aus Polypropylen. Unerläßlich da sie einen warm hält und extrem schnell trocknet. Man unterscheidet zwischen LONGJOHNS (Strumpfhose) und SHIRTS [Ergänzungen Frank?]
["Ja, also das PP ist unpolar und stößt daher das Wasser ab, saugt es sozusagen nicht auf. Über eine spezielle Strickgeometrie (Poren hautnah klein, außen größer) wird das polare Wasser zusätzlich vom Körper abgeführt und kann so am Textiläußeren schnell verdunsten. Körpernah bleibt das Gewebe daher angenhem trocken. Die PP-Fasern selber können nur extrem geringe Mengen Wasser aufnehmen, quellen daher nicht wie Baumwollfasern."]
FLY: Das Aussenzelt. Eine weitere interessante Eigenart der Kiwis ist, nur das Fly mitzunehmen und es irgendwie zwischen Bäumen oder sonst wie abzuspannen. Ist leichter und hält auch trocken (so weitesgehend). Ein Stelle dafür zu finden ist trotzdem ein Kunst für sich, und eigentlich werden die wenigen Stellen wo es überhaupt geht einfach per Mund-zu-Mundpropaganda weitergegeben.
ONTRACK: "Sich auf dem Track (Pfad, Weg) bewegen", wobei das einfach nicht mit europäischen Verhältnissen vergleichbar ist. Schlamm, Flüße ohne Brücken, Bäume kreuz und quer und alle hundert Meter eine Markierung an einem Baum (falls er noch steht), die die Richtung des Tracks bezeichnet.
OFFTRACK: "Sich außerhalb des Tracks bewegen" - nicht schwer in Neuseeland! Sehr spannend und einfach noch ne Nummer extremer als Ontrack. In der Regel folgt man in irgendeiner Weise nem Fluß weil alles andere ja BUSH ist. Keine Markierung!
BUSHBASHING: Alles das, was ich mir je unter Urwald vorgestellt habe, mal abgesehen von den fehlenden Affen! Manns- und Frauenhohe Farne, Bäume, Büsche, Moos, Flechten, Felsen und alles so dicht, das man den Vordermann nach zwei Metern aus den Augen verliert. Durchzwängen, drüberklettern, drunter durchkriechen, auf dem Hintern rutschen, stolpern, fallen, kämpfen, beinahe die Orientierung verlieren und es trotzdem toll finden ;-)
FANTAILS: Kleine, vorwitzige Vögelchen, die gerne um einen rumfliegen, und sich darüber freuen, das man so viele Insekten aufscheucht.
WHITESPIRITS: Irgendwas Flüssiges brennbares. Darauf läßt sich herrvoragend kochen. Vom Glühwein, das haben Gordon (ein anderer Deutscher) und ich übernommen, bis zum leckern vegetarischen Curry.
ADVENTURECAM: Meine EOS 300D. Was hab ich geflucht die Kamera mitgenommen zu haben, weil ich mir trotz aller Beschreibung nicht vorstellen konnte was mich erwarten würde. Es war so nass! Die Linse beschlägt andauernd und ohne den wassserdichten Sack für die Kamera... Aber die Adventurecam hat mitgemacht!
Fazit:
Ich hab echt Blut geleckt. Tramping in Neuseeland ist absolut anders als ich es aus Europa gewohnt war, wie ihr vielleicht an der "kleinen" Wortauswahl ersehen konntet. Aber es ist der Wahnsinn, vor allem in dieser Landschaft. Ich war so nass wie in meinem ganzen Leben noch nicht (meine Schuhe trocknen immernoch) aber nächste Woche gleich wieder. Ben meinte nach diesem Trip würde uns Internationals wohl nichts mehr hinsichtlich "Wasser" in Neusseland überraschen können. Es lebe der Packliner!
Und jetzt ganz viele nasse Bilder