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Vertiefung und Erweiterung der bisher erlernten Terminologie in der Arthurs Pass Region

Am Osterwochenende bin ich mit Heidi (eine Kiwi deren Bruder Peter heißt - ratet mal was ihre Mutter gelesen hat ;-) und Andrew zu einem Trip Richtung Arthurs Pass aufgebrochen. Nach ner verdammt langen Fahrt (6,5 Stunden) von Dunedin aus haben wir erstmal in einer Public Shelter am Kellys Creek gepennt.  Am nächsten Morgen kam dann Rest von Heidis Freunden aus Christchurch, ein sehr witziger Haufen von Hippi-Kiwis und ein Pärchen aus Central Otago (alle ein gutes Stück über 30). Kaum das wir losmarschiert sind fing es an zu schütten wie Blöde. Aber wie schon erwähnt so gehört sich das halt. Der Track war recht schön, nur manchmal etwas unauffindbar, weil der Kelly Creek wohl etliche Markierungen weggerissen hat, aber auch etwas schwerer als die meisten in der Gruppe erwartet haben. War aber an sich sehr gut machbar. Als wir an der Hunts Hut angekommen sind gabs die erste große Überraschung des Wochenendes, die Hütte (4 Betten) war voll mit Jägern. So richtig üble, ordinäre, leicht eklige Landeier mit Gewehren, wie man sie eigentlich nur aus dem Filmen über den amerikanischen Süden kennt. Die haben sich samt 120 Litern Bier fürs Wochenende mit dem Helikopter zum Jagen hochfliegen lassen. Ihr könnt euch vorstellen, daß das echt ein sehr interessanter Abend war. Und das nicht zuletzt aufgrund der 12 Leute in einer 4 Personen-Hütte. Aber nachdem wir alle etwas Rum intus hatten um uns aufzuwärmen (es regnet immer noch) konnte man auch das Furz-Turnier, das die Jäger veranstaltet haben ignorieren. Wir haben dann  sehr bald mehr schlecht als recht unter Flys geschlafen. Das resultierte  vor allem daraus, daß unsere Zelte im Tussock standen, und man da echt beschissen schlafen kann (siehe unten) da stört nicht mal mehr der Regen.<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" />

Samstags sind wir nur noch zu fünft weiter weil es den anderen zu hart war - es regnet nämlich immer noch, und dieser Tag war in erster Linie Offtrack. Nach einem recht einfachen Stück haben wir uns daran gemacht den Hunts Ridge zu überqueren. Dazu sind wir ein Screefield raufgestiegen. Das war unglaublich kräftezerrend und hat auch sehr lange gedauert. Auf der anderen Seite gings dann umso schneller runter: Screefield-Running bzw. Screeskiing! Den Rest des Tages sind wir dem Dry-Creek zur Julias Hut gefolgt, der alles andere als trocken war und einfach war. Um ehrlich zu sein, war das echt der schwierigste Teil für mich. Wir sind mal wieder von Felsen im Flußbett geklettert (Rivercrossings erwähne ich übrigens nicht mehr - das wäre einfach sinnlos!), was an sich ja auch gut machbar ist, das Problem für mich war nur die Tatsache, das auf fast allen Felsen eine rote Alge wuchs, die einfach unglaublich rutschig ist. Die Kiwis sind es anscheinend gewöhnt die ganze Zeit zu rutschen, ich war jedenfalls permanent das Schlußlicht, und kam mir echt ein bißchen doof vor. Komplett durchnässt und ziemlich durchgefroren erreichten wir über einen Cabelway wieder eine voll besetzte Hütte (Julias Hut). Und diesmal wollten die Leute weder ihr Feuer noch ihre Betten mit uns teilen (in der Hinsicht waren die Jäger nämlich echt in Ordnung). Klar kann man auf so etwas bestehen, wir haben uns allerdings dafür entschieden in die alte Vorgänger Hütte der aktuellen Hütte zu ziehen. Total runtergekommen und im Arsch das Ding, aber immerhin ein dichtes Dach. Was will man mehr nach zwei Tagen im Regen? [Der hatte übrigens just in dem Moment aufgehört als die Hütte in Sicht kam] Wir hatten einen richtig netten Abend  mit den Rumresten, Ostereiern, Pudding, Kaminfeuer und guten Essen.

Am nächsten Morgen nach dem obligatorischen Poridge (sogar mit Milchpulver) brechen wir im Sonnenschein auf! Der Sonntag war von Anfang an mit 26 km als sehr langer Tag geplant und am Samstag konnte ich mir nicht vorstellen wie das gehen soll, aber im Sonnenschein sieht das alles gleich ganz anders aus. Wir sind erst wieder einem Creek gefolgt und dann offtrack über einen weiteren Pass. Das war sooo toll: trockene Felsen, richtig steil bergauf usw. ich hab mich richtig zuhause gefühlt und war zu erstem Mal auch der schnellste und hatte Zeit zum fotografieren. Man bewegt sich einfach viel sicherer in Terrain dass man gewohnt ist ("Allgäuer-Schön-Wetter-Wanderer"). Nach dem Mittagessen auf dem Harman Pass gings dann durch eine echt beeindruckende Schlucht wieder abwärts (viele, viele Rivercrossings) bis zum Cabelcar am White River (war beim momentanen Wasserstand nicht nötig, aber Miten [dänische Eltern!] wollte es unbedingt ausprobieren). Und ab dann sind wir noch relativ einfach mehr oder weniger im Ebenen dem Waimakariri River gefolgt (unzählige Rivercrossings). Das waren gut und gerne 15 Km für die wir auch bis zum Einbruch der Dunkelheit gebraucht haben (und darüber hinaus - die letzte Stunde war Headtorch angesagt). Mir hat auch dieser letzte Teil sehr viel Spaß gemacht, weil diese "Ebene" einfach total malerisch war und jeder für sich alleine gelaufen ist und man ein bisserl seinen Gedanken nachhängen konnte (ich kam mir vor wie in „Rohan“). Im Dunkeln zu laufen war zuerst ziemlich spannend, aber man gewöhnt sich daran, und Andrew, der fürs DOC arbeitet und ein sehr guter Tramper ist, hat dann die Führung bis zum Auto übernommen. 

Tja so sind wir nach 11 Stunden tatsächlich angekommen. Jetzt nur noch 6,5 Stunden zurück nach Dunedin... ich bin meine erste Stunde linke Strassenseite gefahren...

 

Public Shelter: Offene Unterstände, die meistens an der Straße am Anfang von Tracks zu finden sind... ersparen einem das Fly

 

Hut: Die sogenannten Backcountry Huts sind Selbstverpfleger Hütten, die immer offen sind. In der Regel mit einem Wassertank, einer Feuerstelle und ein paar Stock-„Betten“ ausgestattet sind. Nicht zu vergleichen mit den meisten deutschen Alpenvereinshütten, aber echt der Himmel auf Erden, wenn man pitschnass ist.

 

Tussock: Gras das in einzelnen Büscheln wächst; kann sehr hoch werden, dadurch sieht man nicht was am Boden ist. Häufig sind Gräben zwischen den einzelnen Büscheln. (Ist beschissen zum drauf schlafen --> das hat nichts mehr mit eben zu tun)

 

Screefield: Geröllhalde - aber sehr kleines echt loses Geröll, bei dem man pro Schritt gut und gerne wieder nen halben verliert... besser am Rand gehen.

 

Scree-skiing(-running): Screefield bergauf ist scheiße! Bergab ist es nur toll - man rennt los und rutscht mit dem Geröll einfach bergab. Richtige Lawinen löst man eigentlich nie aus. Man "sinkt" eher pro Schritt bis zum Stiefelschaft ein. 

 

Cabelway: Neuseeländische Sparversion einer Brücke

 

Cabelcar: Extravagante Version des Cabelways (sehr selten)

 

Poridge: Haferschleim - sehr gut zum Trampen. (Geheimtip: mit Milchpulver und Bananen – lecker!; die Jäger hatten geräucherten Fisch in ihrem – widerlich!)

 

Headtorch: Taschenlampen sind bei Trampern heutzutage verpönt wie ich gelernt habe, weil sie einem aus der Hand fallen können. Deswegen "greift" man zu diesen "Kopflampen"

 

DOC: Department of Conservation - Die kümmern sich um die Nationalparks, die Tracks, Hütten, Umweltschutz usw. Böse Zungen nennen es gelegentlich auch Department of Conversation!

 

 

zu den Bildern

SONDERMELDUNG: Notstandsgebiet

SCHNAPPI erreicht Neuseeland!!

Das blanke Ensetzen spiegelte sich auf den Gesichtern aller deutschen Studenten in Dunedin wieder als sie von einigen Kiwis nach der Bedeutung/ Übersetzung des "Schnappi-Songs" gefragt wurden. Eine kurze Recherche ergab: Seit Ostersonntag wird der Schnappi-Song auf dem neuseeländischen Musikkanal (ich wußte  bis dahin gar nicht das es ein Video gibt!)  und auf diversen Radiostationen ausgestrahlt! Und die Kiwis stehen drauf! Bisher hatte es nur Rammstein bezüglich deutscher Musik nach Neuseeland geschafft... und das war schon deprimierend genug: "Do you like Rammstein? Du hast, Du hast, Du hast mich gefragt... what does that mean?" Aber jetzt auch noch Schnappi... Ahh!

 

Das auswärtige Amt rät dringend von Reise in die Krisenregion ab, bis die Gefahr vorüber ist! 

 

Kleine Einführung in die neuseeländische Trampingterminologie am Beispiel des Tutoko River (Fjordland) Trips

Tripbeschreibung:

Freitag Nacht: Ankunft von 8 OUTC Mitgliedern (2 Kiwis (Tripleader Ben), 2 Amis, 1 Canadier, 1 Ungar, 2 Deutsche) im Fjordland und Übernachten im Fly. Tramping am Samstag: 2 Stunden ontrack im Tutoko Valley (Fjordland), dann 1 Stunde offtrack dem Tutoko folgen (jede Menge easy Rivercrossings) und dann 3 Stunden offtrack stromaufwärts dem Leaders Creek Richtung Ages Glacier folgen. Das war der spannende Teil da der Leaders Creek ein typischer Gebirgswildwasserfluß ist und wir da drin einfach von Felsen zu Felsen oder durchs Wasser geklettert sind (nasse Füße inklusive) und wo das nicht ging Bushbashing am Steilufer. Am Fuß des Gletschers nochmal 1 Stunde Bushbashing zu unserem "Zeltplatz". Begleitet wurde das ganze von strömenden Regen. Am Sonntag das ganze zurück und das ab Mittag sogar im Sonnenschein.

 

 

TRAMPING: Wandern... im Kiwi-Stil

 

OUTC (Otago University Tramping Club): Der Wanderverein der Uni; Ein Haufen Tramping verrückter Kiwis und Interantionals, die eigentlich jedes Wochenende irgendwohin fahren und jede Menge Erfahrungen und Eqipment zur Verfügung stellen können.

 

FJORDLAND: Der größte (und schönste) Nationalpark Neuseelands; Geburtsort der Wortes Tramping; 5 Stunden von Dunedin entfernt und unser Ziel (um genau zu sein das Tutoko Valley in der Nähe des Milford Sounds [DER Neuseeland Postkarten Fjord])

 

PACKLINER: Riesengroße wasserdichte Plastiksäcke für den Rucksack, in die man alles stopft, um es trocken zu halten. Unersetzlich hier! Siehe hierzu auch RIVERCROSSING und REGEN

 

REGEN: Gehört einfach dazu - speziell im Fjordland. Wir hatten Freitag bis Sonntag Früh Regen und dann Sonnenschein. Durchaus ein gutes Wochenende

 

RIVERCROSSING: In Neuseeland gibt es jede Menge River and Creeks aber eigentlich keine Brücken. Wie also überquert man den Fluß richtig und vorallem lebend (kein scheiß, ne Woche vorher ist ne Deutsche im Fjordland ertrunken)? Wer jetzt irgendwelche coolen Seiltricks, Fliegen oder Ähnliches erwartet liegt falsch! Es geht einfach nur darum den Fluß richtig einzuschätzen, sich auf eine bestimmte Art gegenseitig festzuhalten, und sich dabei richtig zu bewegen.

--> Einfach mitten durch - nasse Füße garantiert

Der Trip war mit jeder Menge Rivercrossings angekündigt und wir wurden nicht enttäuscht. Durch den heftigen Regen, war der Leaders Creek fast unpassierbar, und wir konnten sehr viel zum Thema Rivercrossing lernen. Vorallem das Entscheidungstreffen: Wann, Wo, Wie und OB überhaupt ein Crossing möglich ist (siehe Bilder)!

 

GAITERS: In Deutschland als Gamaschen bekannt und eigentlich nur auf Geltschern im Einsatz gehören die Dinger in NZ einfach dazu. Nicht zuletzt fürs Rivercrossing, knietiefen Schlamm, Bushbashing und als Schutz für die Beine beim Abhänge und Felsen auf- und abklettern sind sie mehr als nutzlich.

 

POLYPROPS: Unterwäsche aus Polypropylen. Unerläßlich da sie einen warm hält und extrem schnell trocknet. Man unterscheidet zwischen LONGJOHNS (Strumpfhose) und SHIRTS [Ergänzungen Frank?]

["Ja, also das PP ist unpolar und stößt daher das Wasser ab, saugt es sozusagen nicht auf. Über eine spezielle Strickgeometrie (Poren hautnah klein, außen größer) wird das polare Wasser zusätzlich vom Körper abgeführt und kann so am Textiläußeren schnell verdunsten. Körpernah bleibt das Gewebe daher angenhem trocken. Die PP-Fasern selber können nur extrem geringe Mengen Wasser aufnehmen, quellen daher nicht wie Baumwollfasern."]

 

FLY: Das Aussenzelt. Eine weitere interessante Eigenart der Kiwis ist, nur das Fly mitzunehmen und es irgendwie zwischen Bäumen oder sonst wie abzuspannen. Ist leichter und hält auch trocken (so weitesgehend). Ein Stelle dafür zu finden ist trotzdem ein Kunst für sich, und eigentlich werden die wenigen Stellen wo es überhaupt geht einfach per Mund-zu-Mundpropaganda weitergegeben.

 

ONTRACK: "Sich auf dem Track (Pfad, Weg) bewegen", wobei das einfach nicht mit europäischen Verhältnissen vergleichbar ist. Schlamm, Flüße ohne Brücken, Bäume kreuz und quer und alle hundert Meter eine Markierung an einem Baum (falls er noch steht), die die Richtung des Tracks bezeichnet.

 

OFFTRACK: "Sich außerhalb des Tracks bewegen" - nicht schwer in Neuseeland! Sehr spannend und einfach noch ne Nummer extremer als Ontrack. In der Regel folgt man in irgendeiner Weise nem Fluß weil alles andere ja BUSH ist. Keine Markierung!

 

BUSHBASHING: Alles das, was ich mir je unter Urwald vorgestellt habe, mal abgesehen von den fehlenden Affen! Manns- und Frauenhohe Farne, Bäume, Büsche, Moos, Flechten, Felsen und alles so dicht, das man den Vordermann nach zwei Metern aus den Augen verliert. Durchzwängen, drüberklettern, drunter durchkriechen, auf dem Hintern rutschen, stolpern, fallen, kämpfen, beinahe die Orientierung verlieren und es trotzdem toll finden ;-)

 

FANTAILS: Kleine, vorwitzige Vögelchen, die gerne um einen rumfliegen, und sich darüber freuen, das man so viele Insekten aufscheucht.

 

WHITESPIRITS: Irgendwas Flüssiges brennbares. Darauf läßt sich herrvoragend kochen. Vom Glühwein, das haben Gordon (ein anderer Deutscher) und ich übernommen, bis zum leckern vegetarischen Curry.

 

ADVENTURECAM: Meine EOS 300D. Was hab ich geflucht die Kamera mitgenommen zu haben, weil ich mir trotz aller Beschreibung nicht vorstellen konnte was mich erwarten würde. Es war so nass! Die Linse beschlägt andauernd und ohne den wassserdichten Sack für die Kamera... Aber die Adventurecam hat mitgemacht!

 

 

Fazit:

Ich hab echt Blut geleckt. Tramping in Neuseeland ist absolut anders als ich es aus Europa gewohnt war, wie ihr vielleicht an der "kleinen" Wortauswahl ersehen konntet. Aber es ist der Wahnsinn, vor allem in dieser Landschaft. Ich war so nass wie in meinem ganzen Leben noch nicht (meine Schuhe trocknen immernoch) aber nächste Woche gleich wieder. Ben meinte nach diesem Trip würde uns Internationals wohl nichts mehr hinsichtlich "Wasser" in Neusseland überraschen können. Es lebe der Packliner! 

 

Und jetzt ganz viele nasse Bilder

 

Aktion: Ich bastel mir den TOM!

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich am Freitag nach dem Labor, sprich jetzt, hinzusetzen und die letzte vollkommen unbearbeitete Seite dieser Homepage zu gestalten - Über Mich -

Nach wenigen halbherzigen Versuchen muß ich sagen: Was eine Scheiße! Habt ihr schon mal, abgesehen von einem Bewerbungsschreiben, probiert was über euch selbst zu schreiben? Das hört sich alles unglaublich blöd an!

 

Deswegen jetzt meine Idee: Schreibt IHR mir doch mein "Über Mich". Schickt mir doch einfach ein oder zwei Gedanken, die euch spontan zu mir einfallen per E-Mail, Post, Telefon, Gedankenübertragung oder sonst wie. Es müssen keine Romane sein - nur ein, zwei, drei, vier, viele Zeilen. Ich werd dann einfach die Ideen nach bestem Wissen und Gewissen (Zensur inbegriffen) zusammenstückeln und bin echt gespannt was dabei für ein "Bild" entsteht.

Oh ja "Bild" - das ist auch ne gute Idee: Wer also der Meinung ist ein witziges, trauriges, ernsthaftes, doofes oder sonst irgendwie nettes Bild von mir haben schickt das doch gleich mit. Das basteln ich auch mit rein.

Würde mich freuen wenn Ihr mitmacht. - DANKE -

 

Meine E-Mail Adresse findet ihr in den Kontakten  

Paua Diving am Shaq Point

Was für ein perfektes Wochenende!

Am Freitag kam die Idee auf, wir könnten nach Paua’s tauchen. Paua sind große Meeres-Schnecken, die es nur in Neuseeland gibt. Die Muscheln sind sehr hübsch und glänzen

irdisierend auf der Innenseite (wenn mich nicht  alles täuscht ist das, das Ostracum? Na los

ihr Biologen – erstes Semester).

Gesagt getan. Also bin ich los zum Recreationcenter. Eine sehr geile Einrichtung der Uni, bei der man alle möglichen „Freizeitkurse“ (Töpfern, Surfen, Mountainbike, etc.) belegen kann und außerdem vom Zelt über den Gaskocher bis zum Surfbrett billig alles ausleihen kann was man für die gepflegte Studentenfreizeit brauchen kann. Mit Wetsuits, Gewichtgürteln, Bodyboards, Schnorcheln und Masken starteten wir (das sind Vivian aus Schweden, Dan aus Californien, Micha, ein Deutscher der hier Work and Travel macht und ich) mit Micha’s Van Richtung Shaq Point. Ein echt traumhaftes Plätzchen rund 50 Kilometer nördlich von Dunedin. Dort angekommen haben wir uns unseren Tauchplatz mal ein bisschen näher angeschaut. Und erstmal riesig über die ganzen Robben gefreut die zum greifen nah auf den Fels lagen. Irgendwann ist uns dann aber allen aufgefallen, dass wir eigentlich genau da wo die Seehunde rumlagen nach den Pauas tauchen wollten – leichte Verunsicherung machte sich breit – Wir haben dann mal nen vorbeikommenden Kiwi gefragt wie er das sieht und der meinet man müsse schon aufpassen mit den Seals – große Verunsicherung! Im Zoo sind die Tiere ja echt niedlich aber habt ihr mal gesehen was die für Zähne haben und wie die abgehen wenn ein Artgenosse sich auf dem falschen Stückchen Fels breit macht. Ohoh!

Also erstmal Frühstück auf dem Parkplatz mit Meeresblick. Irgendwas muss der Micha im Kaffee gehabt haben. Auf alle Fälle ist er danach aufgestanden hat seinen Wetsuit angezogen und irgendwas von „Hunter“ gemurmelt. Ich dachte mir noch was den jetzt los, da war er auch schon auf dem Weg zum Strand und ist vorsichtig die Felsen nach unten geklettert. Trotz seines dezenten Vorbeischleichens an einem Seal im Abstand von gut 5 Metern ist der aufgewacht und hat erstmal kräftig rumgeschimpft um seinen vermeintlich gefährdeten Sonnenplatz zu verteidigen. Wir, mittlerweile alle etwas mutiger gegenüber den Seals geworden, haben im breitesten Kiwi-Slang der uns zur Verfügung stand geantwortet: „Oi man, just lay back, we just gonna grap some food out a your fridge and leave then... wanna have a beer?” Scheint ihn beruhigt zu haben, auf alle Fälle haben sich die Seals den Rest des Tages nicht mehr an uns gestört und wir konnten in paar Metern abstand zu ihnen unsere Dillethantischen Tauchversuche vollführen. Mich haben die New Zealand Fur Seals echt total fasziniert und ich hab mich erstmal auf Beobachten und Fotografieren verlegt bevor ich ins Waser bin (bin halt doch ein Biologe und kein Jäger ;-) Paua-Tauchen macht echt richtig Spaß, man schnorchelt ne Weile vor sich hin sieht Seesterne, Muscheln, und alles mögliche Getier schiebt Seegras zur Seite, und irgendwann entdeckt man eine Paua die groß genug (Minimum 125mm) ist um sie mitnehmen zu dürfen. Dann taucht man die 2-3 Meter runter versuchst sie zu packen, und stellt fest das sich da gar nicht bewegt, weil die Viecher sich dermassen fest saugen können das alles zu spät ist (Micha ist der Meinung man müsste sie überraschen, aber da hab ich so meine Zweifel, aber wenn der „Hunter“ das sagt…) Dann heißt es wieder auftauchen, luftholen, noch mal runter und falls man die Stelle trotz der Wellen wieder findet, hebelt man die Paua dann mit einem Messer ab, aber auch das hört sich leichter an als es ist, die haben so eine Kraft. Naja wie auch immer nach einem guten

halben Tag im kalten Wasser an einer traumhaften Sandsteinküste zwischen einem Haufen Seals hatten wir zwei Eimer mit 12 Pauas gefangen. Das wir bei Tauchen drauf geachtet haben, dass die Tiere die richtige Größe haben war echt gut, denn auf dem Parkplatz sind wir (sprich unsere Pauas) prompt kontrolliert worden. Das war natürlich eine Kontrolle mit neuseeländischer Lässigkeit aber trotzdem hat der Kerl (ein richtiger Seebär) jede einzelne Paua kontrolliert und uns noch mal erklärt, dass man pro tauchender Person „nur“ 10 Stück mitnehmen darf und beim Tauchen keine Atemhilfe verwenden darf (die dürfte anscheinend nicht mal im Auto rumliegen) sonst zahlt man ne Strafe von 150 Euro. Während der Kontrolle haben wir uns auch gleich mal beim Experten und seiner Frau erkundigt, wie man die Pauas am besten zubereitet (kein plan bis dato gehabt). Wobei er sie wohl am liebsten zum Frühstück isst – bah Schnecke und dann noch zum Frühstück.

Zuhause standen wir dann doch trotz aller guten Tips vor dem Problem wie kriegen wir die Tiere aus der Schale, wie bringen wir sie um und was genau kann man daran essen? Wenn soll man so was fragen? Es ist echt unglaublich was man alles im Internet findet! Wie das ganze weiter ablief erspar ich euch zugunsten meiner vegetarsichen Leser mal lieber. Nur so viel: einige von euch haben auch im ersten Semester den Seestern und die Weinbergschnecke präpariert… ich glaub ohne diese Erfahrungswerte auf diesen beiden Schlachtfeldern (zumindest in meiner Präp-Schale) wäre das nichts geworden. Denn was und wo genau die zu entfernende Radula ist stand nicht im Internet --> Biologie rockt.

Wir haben die entstandenen Schnitzel dann über Nacht mit Weißwein, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen mariniert und am nächsten Tag gegrillt (mit Alufolie und ohne), in der Pfanne gebraten (mit Mehl und ohne) um zu testen was am besten schmeckt. Und wir haben auch alles gegessen, und ich muß sagen trotz aller anfänglicher Skepsis – es schmeckt richtig gut! Ein bisschen wie gebratener Tintenfisch aber nicht so gummiartig und… hmm so einfach ist das doch nicht zu beschreiben. Übrigens Pfanne ohne Mehl hat gewonnen.

Alles in allem war das echt (hört sich vielleicht komisch an) eine coole Erfahrung so vom fangen übers töten bis zum zubereiten alles selber zu machen. Aber regelmäßig brauch ich das glaub ich nicht.

--> Ein richtig tolles Wochenende mitten in der Neuseeländischen Natur. Und zu den super relaxten und laid back Seals muß ich auf alle Fälle noch mal zurück. Achja hab ich erwähnt das ich sogar nen Gelbaugenpinguin am Strand gesehen hab. Nein? Na gut dann jetzt.

Jede Menge Bilder!! Paua, Paua, Paua, Paua, …..

 

 
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